Sand in der Vagina

Oder wie man mit Ablehnung umgehen kann. 

Der Kollege vom „Rote Pille Blog“ hat einen Artikel geschrieben, der wohl einen Nerv getroffen hat. Er wurde viel kommentiert und es wurden auch eigene Artikel dazu geschrieben. Da dieses Thema so einen Wirbel verursacht, bin ich jetzt mal so frei, auch etwas dazu zu sagen.

Es fängt mit einem Comic an. In diesem Comic sieht man einen Mann, der eine Frau vollsülzt und sie anschliessend auf ein Getränk einlädt. Doch die Frau lehnt ab, worauf er ein bisschen schimpft.
In dem RPB-Artikel wird ganz gut erklärt, was da falsch gelaufen ist: Zuerst stellt der Mann die Frau auf ein Podest und dann reagiert er unsouverän auf die Ablehnung.
Dem ist nichts hinzuzufügen.

Allerdings halte ich die in dem Comic gezeigte Szene für völlig unrealistisch. Zumindest habe ich sowas noch nie in der Realität gesehen.
Ich weiss nicht, wie Du es machst, aber wenn ich mit jemandem das Gespräch suche, sage ich erstmal „Guten Tag“ oder „Hallo“. Und dann fange ich ein Gespräch an. Je nach Person und Situation spreche ich über belangloses Zeug, über wichtiges Zeug, stelle eine Frage, erzähle einen Witz oder was auch immer.
Wenn man eine Frau anspricht, an der man Interesse hat, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ist sie einem zugeneigt oder sie ist einem nicht zugeneigt.
Ist sie einem zugeneigt, kann man weitermachen. Merkt man aber, dass sie einem nicht zugeneigt ist, beschäftigt man sich einfach nicht weiter mit ihr.
Es gibt einen passenden Witz dazu: „Was haben Frauen und die S-Bahn gemeinsam? Alle 10 Minuten kommt eine Neue.“
Wenn man eine S-Bahn verpasst hat, grübelt man ja auch nicht darüber nach, warum man sie verpasst hat. Man steckt sich eine Zigarette an und wartet auf die Nächste.

Aber es gibt wohl Männer, die sich eine Ablehnung durch eine Frau zu Herzen nehmen und es scheint sie auch ein wenig ärgerlich zu machen.
Warum macht sie das ärgerlich? Ich glaube, weil sie sich insgeheim fragen, warum die Frau sie ablehnt.
Geht man aber mit einer männlichen Einstellung an die Sache heran, stellt sich einem diese Frage gar nicht. Denn wenn man eine solche Einstellung hat, stellt man die Dinge in den Mittelpunkt, die man befürwortet und haben will.
In dem Fall sind das Frauen, die einem zugeneigt sind. Wenn man sich auf solche Frauen konzentriert, werden Frauen, die einem nicht zugeneigt sind, völlig uninteressant. Man macht sich keine Gedanken über sie.
Ich muss dazu sagen, dass man nicht nur wissen sollte, was man haben will, sondern auch, wo man es finden kann. Aber das ist ein Thema für sich.

In dem RPB-Artikel wird auch indirekt darauf hingewiesen, dass man Frauen nicht auf ein Podest stellen darf. Ich erwähne auch hier nochmal das dritte Poon-Gebot: „Frauen sind zwar die schönste Nebensache der Welt, aber eben nur eine Nebensache.“
Wenn Du auf die Piste gehst, solltest Du Dich amüsieren und entspannen. Natürlich auch mit der schönsten Nebensache. Aber immer ganz locker und entspannt.
Man kann es mit dem Schachspiel vergleichen. Ich spiele gerne Schach, obwohl ich nicht besonders gut spiele. Aber es bereitet mir Freude. Ich sitze mit einem Kumpel zusammen, wir trinken Wodka, plaudern über wichtige oder unwichtige Sachen und spielen eine Partie Schach.
Das Schachspiel ist dabei aber eher eine Nebensache. Die Hauptsache ist, das man ganz einfach etwas macht, was einen erfreut. Deswegen ist es mir egal, dass mein „Gegner“ beim Schachspiel meistens Vorletzter wird.

Nun habe ich in den Kommentaren unter dem RPB-Artikel gelesen, dass es in gewissen Kreisen als schick gilt, einen Mann möglichst rüde und unwirsch abzukanzeln.
Obwohl ich mich eigentlich nicht in solchen Kreisen aufhalte, habe ich mal überlegt, ob und wann ich sowas mal erlebt habe. Und mir ist eine Situation eingefallen:
Es ist schon etwas länger her, als ein Kumpel mit mir in einen Schuppen fahren wollte, von dem er gehört hatte, er sei besonders gut. Ich wollte eigentlich in einen anderen Laden gehen, aber wir haben uns dann mal „seinen“ Laden angeguckt.
Dieser Laden war ziemlich versnobt und es herrschte dort eine sehr ungemütliche Atmosphäre. Aber gut, jetzt waren wir da, also bin ich erstmal an den Tresen gegangen, um mir ein Getränk zu bestellen.
Neben mir saß eine eher unattraktive Frau, aber da ich ein höflicher Mensch bin, habe ich ganz unverbindlich „Guten Abend“ zu ihr gesagt. Darauf pflaumte sie mich in einem rüden und unwirschen Ton an, ich solle sie in Ruhe lassen.
Obwohl ihr Verhalten sehr respektlos war, musste ich an Eric Cartman denken, der gesagt hätte, dass sie Sand in der Vagina hat.
Ich glaube, das war einer der o.g. Kreise, in denen ein solches Verhalten als schick gilt. Also eine unattraktive Frau, die Sand in der Vagina hatte, hielt ein unverbindliches „Guten Abend“ für einen Anbaggerungsversuch, so dass sie meinte, mich rüde und unwirsch abkanzeln zu müssen.
Solltest Du Dich in solchen Kreisen aufhalten, solltest Du mit einer männlichen Einstellung an die Sache herangehen und Dich fragen, was Du willst:
Willst Du Frauen, die Sand in der Vagina haben und respektloses Verhalten für schick halten? Oder willst Du Frauen, die gut drauf sind und später vielleicht Dein Geschlechtsteil in ihrer Vagina haben?
Wir sind an dem besagten Abend anschliessend in den Schuppen gefahren, in den ich ursprünglich wollte. Und es wurde noch ein sehr lustiger Abend.

Du siehst also, mit einer männlichen Einstellung macht es Dir nichts aus, wenn Du mal eine Ablehnung von einer Nebensache erhälst.

Zum Schluss noch eine kleine Geschichte:
Einer der grössten Verführer aller Zeiten, der Teufel, wurde damals aus dem Himmel geworfen. Gott höchstpersönlich hat ihn abgelehnt.
Aber der Teufel ging mit einer männlichen Einstellung an die Sache heran und eröffnete in der Hölle seinen eigenen Betrieb.

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Ein Gedanke zu “Sand in der Vagina

  1. die ursprüngliche Message in dem „erzählmirnix“ Comic war: Männer sind nervig, dumm und können nicht mit Ablehnung umgehen.
    diese Autorin macht ständig solche feministischen Comics. Männer als Idioten darzustellen ist ja leider Mainstream. Trotzdem bleibt so eine Reaktion Beta, das ist klar.

    ja, die Kreise in denen man sich aufhält sind wichtig.
    Auch Kapitalismuskritiker, wie im letzten Beitrag angesprochen, finde ich meist ungeeignet als Umgang.
    besser pro Kapitalismus, pro Freiheit und pro Sexismus 🙂

    Gefällt 1 Person

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