Aber in Amerika

Eine kleine Argumentationshilfe. 

Heute wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, wie man Kriminalität verhindern und bekämpfen kann.
Und mit dem Satz „Aber in Amerika“, den man in diesem Zusammenhang häufig zu hören bekommt.

Ich befürworte freiheitliche Waffenrechte. More Guns – Less Crime.
Aber in Amerika… Mit Amerika ist nicht Kanada oder Neufundland gemeint, sondern die USA, die aus 50 Bundesstaaten bestehen.
Und in jedem Bundesstaat herrschen andere Waffenrechte. So gibt es Bundesstaaten mit restriktiven Waffenrechten und Bundesstaaten mit freiheitlichen Waffenrechten. Du erahnst es sicherlich schon, in den Bundesstaaten mit den freiheitlichen Waffenrechten ist die Kriminalität deutlich niedriger.
Im Ef-Magazin findest Du zahlreiche und ausführliche Artikel zu diesem Thema.
Dabei sagt einem auch der gesunde Menschenverstand, dass freiheitliche Waffenrechte dazu beitragen, Kriminalität zu verhindern.
Denn wenn ein Übeltäter mit Widerstand rechnen und er die volle Verantwortung für seine Handlungen übernehmen muss, dann überlegt er sich seine Schritte dreimal.
Gott hat den Menschen erschaffen, aber erst Samuel Colt hat sie gleich gemacht. Zumindest gleich stark.
Einfache Friedensregel: Einen Schwächeren angreifen ist Feigheit, einen Stärkeren angreifen ist Dummheit und einen Gleichstarken angreifen ist ein Patt.

Man kann die Sache auch mal aus einem anarchokapitalistischen Blickwinkel betrachten.
Wie ich in einem anderen Artikel erklärte, gibt es in einer reinen Privatrechtsgesellschaft keinen Staat, sondern die Menschen organisieren sich in kleinen und unabhängigen Gemeinden.
Aufgaben, die normalerweise der Staat ausübt, werden von den Menschen selbst organisiert oder sie beauftragen eine private Firma. So können sie z.B. eine Firma beauftragen, die für die Sicherheit und die Einhaltung der in der Gemeinde gültigen Gesetze sorgt.
Jetzt stellen wir uns einfach mal vor, ich hätte ein solches Unternehmen und eine Gemeinde würde mir einen Auftrag erteilen.
Ich würde den Menschen dieser Gemeinde raten oder sie vielleicht auch dazu verpflichten, Waffen zu tragen. Denn wie wir bereits festgestellt haben, tragen freiheitliche Waffenrechte dazu bei, Kriminalität zu verhindern.
Und in meiner Eigenschaft als Geschäftsmann bin ich daran interessiert, dass es zu möglichst wenig Übeltaten kommt, da jeder Vorfall mit Aufwand und Kosten verbunden wäre. Ich will ja besser und günstiger als die Konkurrenz sein.
Würde eine Firma, die die Menschen entwaffnet und dem Übeltäter das Recht zugesteht, den Tatort unversehrt zu verlassen, in einer Privatrechtsgesellschaft jemals einen Auftrag bekommen?

Kommen wir nun zu der Frage, wie ein Übeltäter bestraft werden sollte und wie dies dazu beitragen kann, die Kriminalität zu bekämpfen.
Diesbezüglich befürworte ich die Drei-Elemente-Bestrafung, die wie der Name schon sagt, aus drei Elementen besteht:
– Wiedergutmachung: Der Übeltäter muss den Schaden, den er angerichtet hat, wiedergutmachen.
– Aufwand: Der Übeltäter muss alle Kosten bezahlen, die er verursacht hat.
– Abschreckung: Der Übeltäter muss eine schnelle, harte und kostengünstige Strafe bekommen. (Die Freiheitsstrafe sollte abgeschafft werden, da sie nicht wirksam genug und zu teuer ist. Es gibt Alternativen, die härter, wirksamer und günstiger sind).

Wenn bestimmte Leute nun das Wörtchen „Abschreckung“ hören, kommt sofort ein Reflex: „Aber in Amerika… da gibt es die Strafe mit 0% Rückfallquote… da gibt es hohe Haftstrafen… aber trotzdem gibts da auch ganz viel Kriminalität.“
Sie sind also tatsächlich der Meinung, dass harte Strafen keine abschreckende Wirkung hätten, weil in Amerika und so.
Ich werde mal Donald Trump anrufen und ihn bitten, wenigsten für zwei Wochen jede Form von Strafe abzuschaffen. In diesen zwei Wochen möge jeder tun und lassen, was er will, ohne auch nur die geringste Konsequenz fürchten zu müssen.
Was würde wohl passieren? Gemäß der „Logik“ der Aber-in-Amerika-Fraktion dürfte die Kriminalität zumindest nicht ansteigen. Aber sie würde sehr stark ansteigen und die USA würden im kompletten Chaos versinken.
Richtig ist, dass es in einigen US-Bundesstaaten die Strafe mit 0% Rückfallquote gibt. Allerdings wird sie ziemlich selten angewendet. Richtig ist auch, dass es in den USA relativ hohe Strafen gibt und viele Übeltäter im Knast sitzen. Allerdings ist die Freiheitsstrafe ziemlich ineffizient, was ich ja schon sagte.
Richtig ist aber auch, dass die USA aus 50 Bundesstaaten bestehen und es teilweise sehr grosse Unterschiede zwischen den Bundesstaaten gibt.
Ich frage mich aber auch, warum diese Leute immer mit den USA um die Ecke kommen, sobald sie das Wörtchen „Abschreckung“ hören.
Wie wäre es zur Abwechslung mal mit Japan? Auch in Japan gibt es die Strafe mit 0% Rückfallquote, die bei insgesamt 18 Straftatbeständen verhängt werden kann. Das japanische Strafrecht legt auch viel Wert auf Wiedergutmachung und geht auch sonst nicht zimperlich mit Übeltätern um.
Und in Japan ist die Kriminalität sehr niedrig. Wiedergutmachung, Aufwand und Abschreckung funktionieren also.

Auch diese Sache kann man aus einer anarchokapitalistischen Perspektive betrachten:
Stellen wir uns dazu wieder vor, dass ich der Inhaber einer Sicherheitsfirma bin und von einer Gemeinde einen Auftrag bekommen habe.
In erster Linie bin ich natürlich daran interessiert, dass nichts passiert, da jeder Vorfall mit Aufwand und Kosten verbunden ist. Aber wenn es dennoch zu einem Vorfall kam und der Übeltäter gestellt wurde, käme die Drei-Elemente-Bestrafung zur Anwendung.
Der Übeltäter müsste den Schaden, den er angerichtet hat, wiedergutmachen. Wer soll es denn sonst tun?
Er müsste auch alle Kosten bezahlen, die er verursacht hat. Das wäre z.B. der Aufwand, den es gekostet hat, ihn zur Strecke zu bringen. Weder ich noch die Gemeinde dürfen auf diesen Kosten sitzenbleiben.
Und anschliessend würde er eine schnelle, harte und kostengünstige Strafe bekommen, die ihn soweit abschreckt, dass er künftig keine Übeltaten mehr begeht und potentielle Übeltäter dahingehend abschreckt, erst keine Verbrechen zu begehen.
Die Freiheitsstrafe käme allerdings nicht zur Anwendung, da sie ineffizient ist und ich ein Gefängnis unterhalten müsste, was mit unnötigen Kosten verbunden wäre.
Es kämen also Alternativen zur Anwendung. (Da Free Speech aufgrund von Hate Speech momentan etwas eingeschränkt ist, werde ich an dieser Stelle nicht weiter auf diese Alternativen eingehen).

So, das war die kleine Argumentationshilfe.
Wenn Dir das nächste mal jemand mit „Aber in Amerika“ kommt, kannst Du ihm wirklich gute Argumente auf den Tisch legen oder einfach mit „Aber in Japan“ kontern.

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