Mittelpunkte III

Männliche Politik und Überzeugungskraft. 

Ich habe mich kürzlich mit jemandem unterhalten, dem es Sorgen bereitet, dass die Grünen in den Umfragen immer noch bei über 20% stehen. Und das, obwohl die Grünen inmitten der Coronakrise nichts anderes im Sinn haben als das Wohlergehen von Asylanten und die Abschaffung von Ölheizungen.
Er meinte, man müsse die Menschen darüber aufklären, dass die Grünen eine sehr schlechte und weltfremde Partei sind, um zu verhindern, dass die Grünen weiteren Zulauf erfahren.
Doch das wäre der falsche Weg, der genau das Gegenteil bewirken würde.
Warum das so ist und wie man stattdessen verfahren sollte, werde ich nun näher erläutern.

Dazu nochmal der Unterschied zwischen männlicher und weiblicher Politik:
Weibliche Politik bedeutet, dass man das in den Mittelpunkt stellt, was man ablehnt. Dadurch bleibt dann das auf der Strecke, was man befürwortet.
Männliche Politik bedeutet, dass man das in den Mittelpunkt stellt, was man befürwortet, was man haben will, was man anstrebt (siehe auch hier und hier).

Wenn man jemanden von etwas überzeugen möchte, geht das nur mit männlicher Politik. Mit weiblicher Politik erreicht man nur das Gegenteil.
Warum ist das so?
Wenn man das kritisiert, was ein anderer befürwortet, verstärkt man seine Befürwortung für diese Sache oder auch Person.
Denn wenn jemand etwas befürwortet, dann ist ihm das wichtig. Vielleicht sehr viel, vielleicht auch nur ein bisschen, aber es ist ihm wichtig.
Und wenn man das kritisiert, dann empfindet er das als so eine Art Beleidigung, was dann zur Folge hat, dass er dicht macht und in einen Verteidigungsmodus geht.
Selbst mit den allerbesten Argumenten kann man ihn dann nicht mehr erreichen.
Das Ende vom Lied ist dann, dass er das, was man kritisiert hat, noch mehr befürwortet.

Wenn man jemanden von etwas überzeugen möchte, muss man das in den Mittelpunkt stellen, was man selbst befürwortet. Das, was der andere befürwortet, sollte man nach Möglichkeit außen vor lassen.

Wie das aussehen kann, möchte ich nun durch ein ganz banales Beispiel zeigen:
Ich trinke zwar keine Limonade, aber tun wir einfach mal so, als wäre ich ein leidenschaftlicher Pepzi-Trinker. Und aus irgendeinem Grund möchte ich, dass möglichst viele Menschen ebenfalls Pepzi trinken.
Was würde ich tun?
Genau, ich würde möglichst viel Reklame für Pepzi machen. Ich würde den Menschen immer wieder erzählen, dass Pepzi das beste und wundervollste Getränk weit und breit ist.
Ich würde also männliche Politik machen.
Würde ich jedoch weibliche Politik machen, würde ich den Menschen den ganzen Tag erzählen, dass sie auf gar keinen Fall Coce trinken sollen, weil das eine ganz miese Plörre ist.
Und sicherlich könnte ich den einen oder anderen Unentschlossenen davon überzeugen, die Finger von Coce zu lassen. Aber wird er deswegen zum Pepzi-Trinker?
Wahrscheinlich nicht, denn das, was ich befürwortet, bleibt durch weibliche Politik ja auf der Strecke. Mein Ziel, möglichst viele Menschen von Pepzi zu überzeugen, würde ich so nicht erreichen.
Dieses Ziel könnte ich also nur durch männliche Politik erreichen.

Jetzt stellen wir uns vor, dass mir ein Coce-Trinker über den Weg läuft. Wie kann ich ihn von Pepzi überzeugen?
Wenn ich ihm sage, dass Coce eine ganz miese Plörre ist, macht er dicht und geht in den Verteidigungsmodus, weil ich das kritisiert habe, was ihm wichtig ist.
Selbst mit den besten Argumenten kann ich ihn nicht mehr erreichen.
Und das Ende vom Lied ist dann, dass er Coce anschliessend noch mehr befürwortet als vorher.
Wenn ich ihn also von Pepzi überzeugen möchte, muss ich männliche Politik machen. Ich muss das in den Mittelpunkt stellen, was ich befürworte. Das, was er befürwortet, lasse ich außen vor.
Ich könnte ihn z.B. einfach fragen, was er denn von Pepzi hält.
Egal wie seine Antwort ausfällt, es steht das im Mittelpunkt, was ich befürworte.
Und wenn wir uns dann stundenlang über Pepzi unterhalten, sprechen wir über das, was ich befürworte. Wir beide machen Reklame für das, was ich befürworte.
Wenn er nicht gerade jemand ist, der zu 200% von Coce überzeugt ist, stehen die Chancen relativ gut, ihn von Pepzi zu überzeugen.
Und selbst wenn ich ihn nicht ganz überzeugen konnte, behält er Pepzi zumindest als eine gute Alternative im Hinterkopf.

Wenn man also jemanden von etwas überzeugen möchte, geht das nur mit männlicher Politik. Indem man das in den Mittelpunkt stellt, was man selbst befürwortet.

In diesem Sinn:
Bleibt gesund und macht männliche Politik.

7 Gedanken zu “Mittelpunkte III

  1. Ich trinke weder Pepsi noch Coke, da beides ungesundes Zuckerwasser ist, aber es ist ein gutes Beispiel.
    Es ist generell heute schwer Leute zu überzeugen, da sie meist ihre vorgefertigte Meinung nur bestätigt haben wollen und nicht offen für neue Sichtweisen sind.

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  2. Danke.

    Nun ja, wenn jemand felsenfest von seiner Meinung überzeugt ist, ist es natürlich schwer, ihn von etwas anderem zu überzeugen.
    Wenn er seine „Meinung“ aber nur hat, weil das Mainstream ist und/oder er keine Alternativen kennt, ist das nicht ganz so schwer.
    Man muss ihm einfach Alternativen aufzeigen, möglichst ohne dabei das zu kritisieren, was er (noch) gut findet. Dann öffnet er sich auch für neue Sichtweisen.
    Meistens nicht von jetzt auf gleich, aber nach und nach.

    (Und Zuckerwasser trinke ich natürlich auch nicht, haha).

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  3. Mit der „Überzeugungsarbeit“ ist das immer so eine Sache.
    Ich habe z.B. beim Buch „Ohne Angst Männlich“ gerade folgende Rezension erhalten:
    https://www.amazon.de/gp/customer-reviews/R1J3NK51E8HIWS/ref=cm_cr_dp_d_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=1983147672

    Ich frage mich, warum kauft jemand das Buch, wenn er von Red Pill, Alpha/Beta Bezeichnungen, und Pick Up Artists nichts hält?
    Diese Person ist null aufgeschlossen, sondern wollte nur seine negative Weltsicht bestätigt haben, denke ich mal. Weiterentwickeln und dazu lernen wollen sich leider die allerwenigsten Menschen. Zumindest andere Ansichten anhören und versuchen zu verstehen, sollte man.
    Lustig ist übrigens sein letzter Satz. Da ist mal wieder jemand getriggert.

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    1. Sieh es doch mal so:
      Er hat Dein Buch gekauft und gelesen. Das ist besser als gar nichts.
      Und er hat eine Bewertung geschrieben.
      Auf den ersten Blick ist es eine schlechte Bewertung, aber indirekt ist es eine gute Bewertung.
      Denn wenn ein Spiesser sagt, dass ein Buch schlecht ist, kann man davon ausgehen, dass es gut ist.

      Dann kommt eine weitere Sache hinzu:
      Er hat Geld für ein Buch ausgegeben, in dem es um Dinge geht, die er ablehnt. Und anschliessend macht er auch noch Reklame in Form einer Bewertung für dieses Buch.
      Er stellt also das in den Mittelpunkt, was er ablehnt. Das, was er befürwortet (sofern er überhaupt was befürwortet) bleibt dadurch auf der Strecke.
      Er macht also weibliche Politik. Und in diesem Fall bist Du es, der davon profitiert.

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      1. Naja, die Gesamtbewertung des Buches zieht das natürlich runter, aber ich verstehe was du meinst.
        Er hatte die Chance was zu lernen, aber wenn man so verschlossen ist, dann wird das nichts. Und solche Leute sind leider in der Mehrheit.

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      2. Deine Thesen, dass Frauen nicht wissen was sie wollen, sondern nur was sie nicht wollen, klingt plausibel. Frauen sind fast immer passiv und denken wenig zukunftsorientiert.
        Woher hast du diese Info? Eine bestimmte Quelle oder selbst beobachtet?

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      3. Das hab ich selbst beobachtet.

        Banales Beispiel:
        Wenn man eine Frau fragt, wie sie sich ihren Traummann vorstellt, erzählt sie einem ganz ausführlich, wie der Mann nicht sein sollte.
        Und zwei Wochen später ist sie mit einem Mann zusammen, der genau so ist, wie er eigentlich nicht sein sollte.
        Frauen wissen also nicht, was sie wollen, sondern nur, was sie nicht wollen. Aber das, was sie reden, hat nicht unbedingt etwas mit dem zu tun, was sie tatsächlich machen.
        Nicht umsonst sagt man ja, dass man nicht auf das achten soll, was Frauen reden, sondern auf das, was sie tun.
        Und die alte Binsenweisheit „Nimm sie nicht ernst“ kommt ja auch nicht von ungefähr.
        Hinzu kommt, dass eine Frau seelisch gesehen ein Mittelding zwischen Kind und Mann ist. Deswegen wollen Frauen ja einen Mann, der sie führt.
        Führen kann aber nur jemand, der weiss, was er will. Wenn Frauen wissen würden, was sie wollen, bräuchten sie keinen Mann, der sie führt.
        Und so schliesst sich der Kreis.

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