Tolle Hechte

Ein kleines Mantra mit grosser Wirkung.  

Rollo Tomassi formulierte mal „Neun Eiserne Regeln“. Die neunte dieser Regeln lautet: „Mache Dich selbst nicht runter“.
Heute möchte ich Dir zeigen, wie diese Regel Dir dabei helfen kann, kleinere oder auch grössere Verbesserungen zu erzielen.

Unbewusst habe ich diese Regel immer schon beherzigt, da ich in gewisser Weise ein Narzisst bin.
Narzissmus, was ist das? Narzissten, das sind doch so selbstverliebte Typen, die ständig Bestätigung brauchen? Nichts könnte falscher sein.
Ein Narzisst ist jemand, der sehr viel Wert auf Respekt legt, d.h. er zieht eigene Grenzen, die ihm sehr wichtig sind. Er verfügt ferner über sehr viel Selbstachtung, d.h. er macht sich selbst nicht runter.
In einer grenzenlosen Gesellschaft, in der Selbsterniedrigung und Respektlosigkeit propagiert wird, werden solche Eigenschaften dann schnell zu „Selbstverliebtheit“.
Er braucht auch keine ständige Bestätigung, da er von sich aus weiss, dass er der tollste Hecht aller Zeiten ist, um es mal etwas überspitzt auszudrücken. Anders gesagt, er verfügt über ein starkes Selbstbewusstsein.
Aber auch diese Eigenschaft ist in einer o.g. Gesellschaft nicht sonderlich positiv belegt, so dass man versucht, sie abzuwerten.

Trotzdem habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, ein- bis zweimal am Tag „Mache Dich selbst nicht runter“ zu sagen.
Seitdem fällt mir z.B. ganz bewusst auf, wann und wie andere sich selbst runtermachen. Mir fällt aber auch ganz bewusst auf, wie das System eine ekelhafte Selbsterniedrigung propagiert.
Dazu muss man sich nur mal fünf Minuten eine dieser neumodischen TV-Serien ansehen.
Gut, wenn einem das ganz bewusst auffällt, erleichtert es einem, diesen Dreck zu meiden.
Aber der eigentliche Vorteil dieses Mantras ist es, dass das eigene Selbstbewusstsein ein klein wenig gepusht wird. Man fühlt sich gleich eine Idee besser und hat grundsätzlich etwas mehr Energie.

Darum solltest Du es Dir auch zur Angewohnheit machen, täglich „Mache Dich selbst nicht runter“ zu Dir zu sagen.
Solltest Du noch kein Narzisst sein, wirst Du Dich anfangs wahrscheinlich häufiger dabei erwischen, wie Du Dich selbst runtermachst. Aber das kannst Du dann ja abstellen.
Du wirst auch bald feststellen, wie sich Selbstachtung und Selbstbewusstsein verbessern. Du wirst Dich besser fühlen und mehr Energie haben.
Und Dir wird bewusst auffallen, wie das System Selbsterniedrigung propagiert, so dass Du dies meiden kannst.
Du wirst eine positive Einstellung entwickeln.

 

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10 Gedanken zu “Tolle Hechte

  1. EO v. Waterbrunn

    Die Idee ist gut und richtig, aber das Mantra ist falsch!

    Das Unterbewußtsdein kann mit Negationen wie in dem Mantra:
    „Mache Dich selbst nicht runter“
    nicht umgehen. Es etabliert sich nur als „Mach dich runter“ im Unterbewußtsein.

    Formuliere es positiv:
    „Ich stärke mein Selbst“ oder
    „Ich bin ein guter Charakter“

    Leider haben diese negativen Lehrsätze eine lange Tradition. Schau dir nur die 10 Gebote an:

    „Du sollst nicht töten“ statt „Schütze das Leben“
    „Du sollst nicht ehebrechen“ statt „Heilige die Ehe“,usw.

    Gruß, EO

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    1. Im Prinzip hast Du recht. Grundsätzlich sollte man die Dinge positiv formulieren.

      Allerdings ist das Unterbewusstsein gar nicht so blöd wie oftmals angenommen. Es ist durchaus in der Lage, ein „nicht“ richtig zu verstehen.

      Das Mantra „Mache Dich selbst nicht runter“ ist in dem Fall genau richtig, um erstmal falsches Verhalten zu erkennen.
      Sowas wie „Ich stärke mein Selbst“ würde in diesem Fall nicht weiterhelfen.
      Es gibt ja Leute, die zwar sowas zu sich sagen, aber dann genau das Gegenteil tun, z.B. indem sie sich selbst runtermachen und das auch noch für eine grossartige Eigenschaft halten.
      Also müssen sie zuerst lernen, falsches Verhalten abzustellen.

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      1. So lautet ja auch ein Artikeltitel von mir, wo ich diese Eiserne Regel „Never self-deprecate“ von Rollo übersetze.

        Damals war es eine Reaktion auf einen Artikel von Hengist, in dem er sich leider ziemlich runtergemacht hat.
        Danach hat er das dann nicht mehr getan und schreibt nun eher „Die Frauen müssen MIR etwas bieten“.
        Da konnte ich wohl etwas bewegen mit dem Artikel.

        Ausserdem habe ich die eiserne Regel: „Vergiss deine Ex“ in einem Artikel behandelt.

        Was hälst du von einer Artikelserie, in der wir alle Iron Rules von Rollo übetsetzen und erläutern?

        Könnten wir ja parallel machen und jeweils Einschätzungen dazu abgeben.

        Die Iron Rules sind im Buch „The Rational Male“ aber sicher auch online zu finden.

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  4. IceKing

    Es ist der innere Kritiker, der Dich ständig runter macht. Und nachtreten kann dieser fiese kleine Wicht auch sehr gut.
    Was mir geholfen hat: Jedes mal, wenn sich der innere Kritiker meldete, schrieb ich alles auf, was er zu sagen hatte. Dann erörterte ich auch warum, und wo im Kontext in meinem Leben.
    Seither herrscht Ruhe im Karton. Sein Genörgel ist um gefühlte 95% zurück gegangen.

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  6. Daniel Voigt

    Richtig. Besonders schöne und nette Unterhaltungen hat man mit Menschen, die sich ständig selber heruntermachen.

    Warum diese Leute sich selber schlecht reden?

    Weil sie ungerne im Mittelpunkt stehen, ihren eigenen Wert nicht erkennen (fehlendes Selbst bewusst sein). „Einen Scherz auf ihre Kosten“ lassen sie sich daher gerne über sich ergehen.

    Hauptsache die Gruppe hat etwas zu lachen.

    Arme Würstchen.

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